Friedwald 2010




Kürzlich besuchte eine Gruppe von 12 Hospizhelferinnen und –helfern des Hospizvereins Osterode e.V. Den Friedwald Bad Sachsa. Die Helfer wollten sich über die Möglichkeiten einer Bestattung im Friedwald informieren.


Die Försterin Frau Lux führte durch das wunderschöne Gelände und erklärte, was für eine Bestattung im Friedwals notwendig ist und wie eine solche Bestattung abläuft.

Wer kümmert sich um mein Grab, wenn meine Kinder und andere Angehörige nicht  am Ort sind? Wer trägt die Kosten für die Grabpflege durch ein damit beauftragtes Unternehmen? Ich will doch meinen Angehörigen nicht zur Last fallen!

Solche Fragen und Überlegungen bewegen viele Menschen, die selbstverantwortlich Sorge tragen wollen dafür, was nach ihrem Tod mit ihnen geschieht. Angesichts der zunehmenden Mobilität in unserer Gesellschaft, die dazu führt, dass in zahlreichen Familien die herangewachsenen Kinder nicht mehr am selben Ort wie ihre Eltern leben, entscheiden sich immer mehr Menschen für eine anonyme Bestattung „unter dem grünen Rasen“, bei der es ein persönliches, namentlich gekennzeichnetes Grab nicht mehr gibt. Zwar sind  die Angehörigen  dadurch  von der Verantwortung für die Grabpflege befreit, aber viele empfinden es auch als schmerzlich, auf einen Ort der Trauer und der Erinnerung verzichten zu müssen.


Eine mögliche Alternative bietet  die Beisetzung in einem Friedwald.  Die Urne wird unter einem zuvor vom Betroffenen selbst ausgesuchten Baum in einem als „FriedWald“ ausgewiesenen Waldstück beigesetzt. Am Baum weist eine kleine Plakette auf den Verstorbenen hin.

Die Friedwaldförsterin Frau Lux zeigte den Gästen den gepflegten und gut begehbaren Mischwald, in dem ca. 300 Bäume als Bestattungsbäume eingemessen worden sind. Unter jedem Baum gibt es zehn Plätze; unter einem „Gemeinschaftsbaum“ können einzelne Plätze erworben werden, während man einen „Freundschaftsbaum“ als ganzen kauft und über die 10 Plätze dann mit Familie und Freunden verfügen kann.


Jede Urnenbestattung wird von der Friedwald-Försterin in Zusammenarbeit mit dem Bestattungsunternehmen vorbereitet und begleitet; inhaltliche Vorgaben werden den Angehörigen aber nicht gemacht, so dass jeder Abschied ganz individuell gestaltet werden kann.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Bestattung ist eine Gestaltung und Pflege der Grabstelle im Anschluss nicht nur nicht erforderlich, sondern auch ausdrücklich nicht erwünscht, denn das würde der Idee des Friedwaldes widersprechen. Er bietet nicht nur denjenigen, die es wünschen, würdige letzte Ruhestätten, sondern er bleibt auch Ort der Erholung und Entspannung für alle, die sich gern in ihm aufhalten, besonders für diejenigen, die hier die Begegnung mit und die Erinnerung an einen Verstorbenen suchen.


In der Anlage befindet sich seit kurzem auch eine kleine Lichtung mit einer schön gezimmerten Holzhütte und Sitzplätzen sowie einer beeindruckenden Holzplastik. Hier können Andachten oder ähnliche Zeremonien stattfinden oder Besucher einfach innehalten.